




Unter dem diesjährigen Motto „Geschichten erzählen – Margot Frank“ beteiligte sich unsere Förderschule im Verbund mit großer Begeisterung am Anne Frank Tag. Ziel des Projekttages war es, sich mit dem Leben von Margot Frank auseinanderzusetzen und ihre Geschichte sichtbar zu machen.
Margot Frank wurde am 16. Februar 1926 in Frankfurt am Main geboren und war die ältere Schwester von Anne Frank. Zeitzeugen beschrieben sie als ruhiges, freundliches und sehr fleißiges Mädchen. Gemeinsam mit ihrer Familie musste sie aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die Niederlande fliehen. Später versteckte sich die Familie im Hinterhaus in Amsterdam. Margot starb Anfang 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Während Anne Frank weltweit bekannt wurde, steht Margot häufig weniger im Mittelpunkt. Der Anne Frank Tag bot deshalb die Gelegenheit, auch ihre Geschichte kennenzulernen und zu erzählen.
Im Rahmen unseres Projekts gestalteten die Schülerinnen und Schüler einen Plaudertisch zu Margot Frank. Dieser wurde künstlerisch mit Bildern, Zitaten und Informationen über ihr Leben verziert. Der Tisch lud die Besucherinnen und Besucher dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und mehr über Margot Frank zu erfahren.
Darüber hinaus entstanden zwei besonders kreative Ausstellungsstücke: ein Stuhl zu Anne Frank und ein Stuhl zu Margot Frank. Beide Stühle wurden individuell gestaltet und spiegelten wichtige Aspekte aus dem Leben und der Persönlichkeit der beiden Schwestern wider. Durch Bilder, Farben, Symbole und Texte wurden ihre Geschichten auf anschauliche Weise dargestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Gestaltung von Bilderrahmen mit historischen Fotografien aus Margots Leben. Zu jedem Bild verfassten die Schülerinnen und Schüler kurze Texte aus der Perspektive Margot Franks. Darin berichtete sie über ihre Familie, ihre Freundschaften, ihre Schulzeit und ihre Wünsche für die Zukunft. Diese Perspektivwechsel ermöglichten einen besonders persönlichen Zugang zu ihrer Lebensgeschichte.
Zusätzlich entstand ein Fotoalbum über Margot Frank, das wichtige Stationen ihres Lebens dokumentiert. Die ausgewählten Bilder wurden durch kurze informative Texte ergänzt und ermöglichten den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in Margots Lebensweg – von ihrer Kindheit in Frankfurt bis zu ihrem Leben im Versteck.
Am Anne Frank Tag wurde die Ausstellung feierlich in unserer Aula eröffnet. Neben den neu entstandenen Projektergebnissen präsentierten wir auch zahlreiche Materialien, die in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit Anne Frank erarbeitet worden waren. Außerdem stellten wir viele Bücher aus unserer schuleigenen Geschichtsbücherei zum Thema Anne Frank und Nationalsozialismus aus.
Die Ausstellung stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Klassen besuchten die Aula, informierten sich über die verschiedenen Projekte und kamen miteinander ins Gespräch. Viele Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Bücher auszuleihen und sich weiter mit der Geschichte von Anne und Margot Frank zu beschäftigen.
Besonders berührend war eine Mitmachaktion, bei der die Besucherinnen und Besucher persönliche Nachrichten an Margot Frank schreiben konnten. In ihren Botschaften drückten sie ihre Gedanken, Fragen und Wünsche aus und zeigten damit, dass Margots Geschichte auch heute noch Menschen bewegt.
Der Anne Frank Tag war für unsere Schulgemeinschaft eine wertvolle Gelegenheit, Erinnerungskultur aktiv zu gestalten. Durch kreative, historische und persönliche Zugänge konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur mehr über Margot Frank erfahren, sondern auch die Bedeutung von Menschenrechten, Toleranz und gegenseitigem Respekt reflektieren. Die große Resonanz auf die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Geschichten wie die von Margot und Anne Frank weiterhin zu erzählen und lebendig zu halten.